SEO
12 Minuten

404-Fehler und SEO: Dein umfassender Ratgeber

Benjamin Uhlmann

10.3.25

Einleitung

Kennst du das? Du klickst auf einen Link und anstatt der erwarteten Seite erscheint nur die Meldung "404 – Seite nicht gefunden". Ärgerlich, oder? Solche 404-Fehler hat jeder Internetnutzer schon erlebt. In diesem Ratgeber erfährst du, was es mit dem mysteriösen 404-Fehler auf sich hat und warum er für Webseiten-Betreiber und SEOs wichtig ist. Wir starten mit den Grundlagen für Einsteiger und tauchen dann in fortgeschrittene Tipps ein. Du wirst lernen, was ein 404-Fehler genau ist, wann er zum Problem wird, welche Auswirkungen er auf SEO hat, wie du typische 404-Ursachen behebst und wie du deine Website durch Monitoring und Best Practices 404-fit machst.

Also los geht’s – schauen wir uns an, wie du in Zukunft gelassen mit "Seite nicht gefunden" umgehen kannst!

Was ist ein 404-Fehler?

Ein 404-Fehler ist der HTTP-Statuscode für "Nicht gefunden". Vereinfacht heißt das: Der Server konnte die angeforderte Seite unter der aufgerufenen URL nicht finden. Stell dir vor, du schickst einen Brief an eine Adresse, die es nicht gibt – der Brief kommt mit dem Stempel "Empfänger unbekannt" zu dir zurück. Genauso meldet der Server durch den Statuscode 404, dass an der gewünschten Web-Adresse keine Seite existiert.

Für dich als Nutzer bedeutet ein 404-Fehler meist, dass du entweder einen falschen Link geklickt oder dich vertippt hast, oder dass die Seite verschoben oder gelöscht wurde. Für Betreiber einer Website sind 404-Fehler grundsätzlich nichts Ungewöhnliches – jede Website hat im Laufe der Zeit ein paar davon. Wichtig ist aber, zu verstehen, wann ein 404-Fehler harmlos ist und wann Handlungsbedarf besteht.

404-Fehler: Wann problematisch, wann unbedenklich?

Nicht jeder 404-Fehler ist gleich ein Weltuntergang. Im Gegenteil: 404 gehört zum Web wie die Adresse zum Brief. Unbedenklich ist ein 404-Fehler zum Beispiel dann, wenn jemand eine Fantasie-URL aufruft, die es nie gab. In so einem Fall ist der Fehler sogar gewollt – die Seite existiert nun mal nicht und sollte auch nicht existieren. Suchmaschinen wie Google erwarten sogar, dass deine Website für nicht vorhandene URLs einen 404-Code zurückgibt.

Problematisch wird es hingegen, wenn eigentlich vorhandene oder wichtige Seiten fälschlicherweise als 404 enden. Passiert das vielen Nutzern, sorgt es für Frust: Der Besucher sucht etwas auf deiner Seite und landet in einer Sackgasse. Das wirkt unprofessionell und kann dazu führen, dass Nutzer abspringen. Auch aus Suchmaschinen-Sicht ist es kritisch, wenn zahlreiche wichtige URLs plötzlich ins Leere führen. Einerseits verschwendet der Google-Bot dadurch Crawl-Budget (er versucht immer wieder, die nicht vorhandenen Seiten zu laden), andererseits können wertvolle Inhalte aus dem Index verschwinden, wenn sie dauerhaft als 404 gemeldet werden.

Als Faustregel gilt also: Vereinzelt auftretende 404-Fehler sind normal und kein Grund zur Panik. Wenn jedoch viele Nutzer oder wichtige Inhalte betroffen sind, musst du eingreifen. Vor allem bei großen Änderungen an der Website (zum Beispiel einem Relaunch) können massenhaft 404-Fehler auftreten – hier ist besondere Vorsicht geboten.

Auswirkungen von 404-Fehlern auf SEO

404-Fehler können verschiedene Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung deiner Website haben. Hier die wichtigsten Punkte, die du kennen solltest:

Crawling & Crawl-Budget

Suchmaschinen-Crawler wie der Googlebot durchsuchen regelmäßig deine Website. Treffen sie dabei auf viele 404-Fehler, kann das dein Crawl-Budget belasten. Das Crawl-Budget ist vereinfacht gesagt die Anzahl an Seiten, die Google auf deiner Website in einem bestimmten Zeitraum crawlt. Jede unnötige 404-Seite, die gecrawlt wird, ist eine verpasste Chance für den Bot, stattdessen eine funktionierende (möglicherweise wichtige) Seite zu besuchen. Ein paar 404 hier und da sind ok, aber wenn hunderte oder tausende verwaiste URLs existieren, vergeudet der Crawler Zeit. Im schlimmsten Fall werden wichtige Seiten seltener gecrawlt, weil der Bot mit toten Links beschäftigt ist.

Indexierung und Rankings

Seiten, die einen 404-Statuscode liefern, werden nicht (mehr) im Google-Index gelistet. Das heißt, jede Seite deiner Website, die auf 404 steht, kann in den Suchergebnissen nicht gefunden werden. Das ist gewollt, wenn die Seite tatsächlich weg sein soll. Problematisch ist es, wenn eigentlich relevante Inhalte versehentlich auf einer 404-Seite landen – sie verlieren dann ihr Ranking, weil Google sie aus dem Index entfernt. Zudem geht eingehendes “Link Juice” (also vererbte Linkkraft von Backlinks) verloren, wenn eine verlinkte Seite nur noch einen 404 ausgibt. Die verlinkende Seite zeigt ins Leere, und der SEO-Wert des Backlinks verpufft. Kurz gesagt: Viele oder wichtige 404-Fehler können indirekt deine Rankings beeinträchtigen, weil sie Inhalte und verlinkte Power aus dem Verkehr ziehen.

Nutzererfahrung (User Experience)

Nicht zuletzt leidet die Nutzererfahrung bei zu vielen 404-Fehlern. Stell dir vor, du bist Besucher auf einer Website und klickst auf einen interessanten Produktlink – doch statt Infos bekommst du "Seite nicht gefunden". Wahrscheinlich bist du genervt und verlässt die Website vielleicht komplett. Für Betreiber bedeutet das verlorene potenzielle Kunden oder Leser. Eine hohe Absprungrate durch frustrierte Nutzer kann zudem indirekt SEO-Signale beeinträchtigen (z.B. wenn Nutzer schnell zurück zur Google-Suche klicken). Deshalb gilt: 404-Fehler so abfedern, dass der Nutzer idealerweise eine alternative Lösung angeboten bekommt, statt einfach im Nichts zu landen.

Typische Ursachen für 404-Fehler

Warum entstehen 404-Fehler überhaupt? Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Umbenennung oder Verschiebung von Inhalten ohne Weiterleitung: Wenn du den Titel oder die URL einer Seite änderst (z.B. eine Kategorie im Shop umbenennst) und keine Weiterleitung einrichtest, wird die alte URL ins Leere führen. Gleiches gilt beim Verschieben von Artikeln in ein neues Verzeichnis – ohne Redirect bleiben alte Links auf der Strecke.
  • Löschen von Seiten oder Produkten: In Content-Management- und Shop-Systemen werden Inhalte oft gelöscht, wenn sie veraltet sind oder ein Produkt nicht mehr verfügbar ist. Standardmäßig erzeugt das meist einen 404-Fehler. Wenn ein beliebtes Produkt aus dem Sortiment entfernt wird, können viele Nutzer oder externe Links noch auf die alte Produktseite zeigen – und stoßen dann auf einen Fehler.
  • Website-Relaunch oder Domainwechsel: Ein Relaunch ist prädestiniert für 404-Chaos, besonders wenn sich die URL-Struktur ändert. Beispiel: Du wechselst von einem Shop-System zu einem anderen und deine URLs sehen plötzlich anders aus. Ohne ein Weiterleitungskonzept funktionieren alle alten Links nicht mehr. Google kennt die neuen URLs noch nicht, versucht aber die alten zu crawlen – Ergebnis: massenhaft 404-Fehler. Deshalb ist bei Relaunches eine gründliche Redirect-Planung unerlässlich.
  • Dynamische URLs und technische Fehler: Manche Websites (oder Plugins) generieren automatisch URLs, etwa für Filter, Suchen oder Session-IDs. Wenn hier etwas schiefläuft – zum Beispiel ein Bug in einem Plugin – können unzählige falsche URLs entstehen, die ins Nichts führen. Solche technischen Probleme können in kurzer Zeit sehr viele 404-Fehler produzieren (manchmal sogar Millionen, wenn z.B. ein Loop entsteht).
  • Saisonale oder temporäre Seiten: Viele Marketing-Teams erstellen temporäre Seiten (z.B. Landingpages für Ostern, Weihnachten, Sales-Aktionen). Nach Ablauf der Aktion werden diese Seiten oft entfernt und nicht weitergeleitet. So entsteht mit jeder Aktion eine neue Runde 404-Fehler, wenn die alten Links noch irgendwo kursieren.
  • Externe Links und Tippfehler: Nicht alle kaputten Links hat man selbst zu verantworten. Vielleicht hat eine andere Website falsch auf deine Seite verlinkt (z.B. Tippfehler in der URL), oder es existieren noch externe Links auf alte Inhalte, die du entfernt hast. Auch Nutzer, die von Hand URLs eingeben, vertippen sich manchmal. Diese externen Faktoren führen ebenfalls zu 404-Fehlern auf deiner Seite, obwohl intern alles "richtig" verlinkt ist.
  • Böswillige Angriffe oder Spam: In seltenen Fällen erzeugen auch Spam-Bots absichtlich viele Aufrufe ungültiger URLs, um z.B. das Crawling zu stören. Solche "Angriffe" sind zum Glück selten und meist erkennt Google das und ignoriert es – dennoch können kurzfristig ungewöhnlich viele 404-Errors in deinen Logs oder der Search Console auftauchen.

Lösungen für 404-Fehler

Zum Glück muss man 404-Probleme nicht einfach hinnehmen. Es gibt verschiedene Lösungen und Strategien, um 404-Fehler zu beheben oder ihre Auswirkungen zu mildern:

  • 301-Weiterleitungen einrichten: Die beste Lösung für dauerhaft entfernte oder verschobene Inhalte ist die permanente Weiterleitung (301 Redirect). Damit leitest du Nutzer und Suchmaschinen von der alten, nicht mehr vorhandenen URL auf eine andere, passende Seite weiter. So verpufft weder der Nutzer noch Google im Nichts, sondern landet auf einer sinnvollen Alternative. Im Online-Shop-Beispiel könntest du ausverkaufte Produkte auf die entsprechende Kategorie weiterleiten (z.B. alle "Winterstiefel XL" auf die allgemeine "Winterstiefel"-Übersichtsseite). Ein 301-Redirect funktioniert wie ein Nachsendeauftrag bei der Post: Er sagt dem Browser und Google, dass die angefragte Adresse dauerhaft umgezogen ist. Damit bleibt auch der "SEO-Wert" (Linkkraft der alten URL) größtenteils erhalten.
  • 302 (temporäre) Redirects nur im Ausnahmefall: Eine 302-Weiterleitung sagt aus, dass die Weiterleitung nur vorübergehend ist. Sie sollte sparsam eingesetzt werden – zum Beispiel wenn eine Seite kurzfristig offline ist oder demnächst wiederkommt. Für dauerhafte Änderungen ist 302 falsch; nutze hier immer 301, sonst denkt Google, die alte Seite könnte ja zurückkehren und behält sie eventuell länger im Index.
  • HTTP 410 Gone – Endgültig entfernt: Wenn du eine Seite endgültig gelöscht hast und es wirklich gar kein Ersatz gibt, kannst du statt 404 auch den Status 410 Gone senden. 410 signalisiert Suchmaschinen "diese Seite ist weg und kommt auch nicht wieder." Der Effekt: Google wird diese URL nach einem 410 normalerweise seltener erneut crawlen als bei einem 404 (wo der Bot vielleicht noch länger nachschaut, ob die Seite wieder auftaucht). 410 kann sinnvoll sein, um Google klarzumachen, dass es sich nicht lohnt, weiter Zeit auf diese URL zu verschwenden. Aber Vorsicht: Für Nutzer ist 410 genauso ein "Nicht gefunden"-Erlebnis wie 404 – der Unterschied liegt hauptsächlich auf technischer Ebene.
  • Benutzerfreundliche 404-Seite bereitstellen: Egal wie sehr du dich anstrengst – ein paar 404-Fehler wird es immer geben. Deshalb ist es wichtig, eine gute 404-Seite zu haben. Gestalte deine Fehlerseite hilfreich und vielleicht sogar charmant: Biete dem Nutzer Links zurück zur Startseite oder zu beliebten Kategorien, eine Suchfunktion oder einen Hinweis wie "Die gesuchte Seite gibt es nicht mehr, aber hier sind einige unserer Top-Angebote". So verwandelst du ein negatives Erlebnis in eine Chance, den Besucher doch noch auf deiner Seite zu halten. Wichtig: Die Fehlerseite selbst muss natürlich den HTTP-Status 404 liefern. Es bringt nichts, wenn deine 404-Seite als "OK" (200) ausgeliefert wird – dann merkt Google nicht, dass eigentlich ein Fehler vorliegt.
  • Weiterleitungen mit Augenmaß einsetzen: Grundsätzlich solltest du nur dort weiterleiten, wo es Sinn ergibt. Hast du wirklich keinen passenden Ersatz für eine nicht gefundene Seite, ist es besser, den 404 so stehen zu lassen, als den Nutzer auf eine völlig irrelevante Seite umzuleiten. Ein häufig gemachter Fehler ist z.B. alle 404s pauschal auf die Startseite zu schicken. Das verwirrt Nutzer und Google wertet so etwas oft als "Soft 404" (also als eigentlich gar nicht gelöste Fehlermeldung). Besser ist, wenn überhaupt, eine Weiterleitung auf thematisch nahe verwandte Inhalte – oder eben die gut gestaltete 404-Seite, die dem Nutzer weiterhilft.
  • Schnelle Entfernung aus dem Index (Notfall-Tipp): Falls du einmal aus dringenden Gründen eine Seite sofort aus den Google-Suchergebnissen entfernen musst (z.B. aus rechtlichen Gründen), kannst du in der Google Search Console das Tool "URL entfernen" nutzen. Damit lässt sich eine URL kurzfristig aus dem Index ausblenden. Dies ist allerdings nur eine temporäre Lösung – du solltest die Seite trotzdem korrekt auf 404 oder 410 setzen bzw. einen Redirect einrichten, damit das Problem dauerhaft gelöst ist.

Monitoring und Erkennung von 404-Fehlern

Um 404-Fehler in den Griff zu bekommen, musst du sie zunächst einmal erkennen. Hier sind ein paar Methoden, wie du kaputte Links und Fehlermeldungen aufspüren kannst:

  • Google Search Console: Die Search Console von Google ist dein erster Anlaufpunkt. Unter "Abdeckung" oder "Indexierungsstatus" findest du einen Bericht über "Nicht gefundene" Seiten (404-Fehler). Google listet hier alle URLs auf, bei deren Aufruf der Googlebot einen 404 erhalten hat. Du siehst auch, wann Google diese URL zuletzt versucht hat zu crawlen. Über die Search Console bekommst du also einen guten Überblick, welche 404s Google wichtig findet. (Beachte: In der Weboberfläche werden max. 1000 Fehler angezeigt. Für größere Websites kannst du die Daten per API exportieren, aber für die meisten Fälle reichen die Top-Fehlerseiten.)
  • Analytics-Daten nutzen: Ein sehr praxisnaher Ansatz ist der Blick in dein Web-Analytics-Tool (z.B. Google Analytics, Matomo etc.). Dort kannst du feststellen, ob echte Nutzer auf 404-Seiten gelandet sind. Filtere beispielsweise in Google Analytics nach Seitentitel oder Seiten-URL, die "404" oder "nicht gefunden" enthalten – so findest du alle Seitenaufrufe, bei denen die Nutzer eine Fehlerseite gesehen haben. Diese Liste ist Gold wert: Sie zeigt dir nämlich, welche kaputten Links tatsächlich Traffic erzeugen (also Priorität haben). Vielleicht entdeckst du, dass viele Besucher über einen bestimmten defekten Link kommen – den solltest du dann vordringlich reparieren oder weiterleiten.
  • Crawling-Tools einsetzen: Zur technischen Überprüfung deiner eigenen Website empfehlen sich Crawling-Programme wie Screaming Frog, Sitebulb oder Xenu. Diese Tools durchsuchen deine komplette Website wie ein Suchmaschinen-Bot und melden alle defekten internen Links. Damit kannst du systematisch alle internen Verweise finden, die auf 404-Seiten zeigen. Solche internen Broken Links solltest du umgehend korrigieren (den Link aktualisieren oder entfernen), denn sie sind vollständig unter deiner Kontrolle und leicht zu beheben.
  • Broken-Link-Analyse von Backlinks: Nicht nur intern, sondern auch extern solltest du nach 404-Verlinkungen schauen. Mit SEO-Tools (Ahrefs, Semrush, Majestic etc.) oder auch über die Search Console (Bereich "Links") kannst du prüfen, ob andere Websites auf URLs verlinken, die bei dir einen 404-Fehler erzeugen. Solche Backlinks sind verschenktes Potenzial! Entdeckst du wertvolle externe Links, die ins Leere gehen, richte möglichst einen 301-Redirect von der alten URL auf eine passende aktuelle Seite ein. So rettest du den Linkjuice und der Besucher von der anderen Seite landet doch noch bei dir, statt in der Fehlerseite.
  • Regelmäßige Überwachung: Mache es dir zur Gewohnheit, deine Website regelmäßig auf 404-Fehler zu prüfen. Das muss kein täglicher Aufwand sein – aber ein monatlicher Check der Search Console und Analytics sowie ein quartalsweises Crawling der Seite wirken Wunder. So erwischst du schleichende Probleme rechtzeitig, bevor sich hunderte defekte Links ansammeln.

Best Practices und regelmäßige Wartung

Zum Abschluss noch einige Best Practices, damit du langfristig Ruhe vor größeren 404-Problemen hast:

  1. Weiterleitungen bei Änderungen einplanen: Wann immer du eine URL änderst oder Inhalt entfernst, denke an die Weiterleitung. Am besten führst du eine Liste oder Tabelle bei größeren Updates (z.B. Relaunch), wo alte und neue URLs gegenübergestellt werden. So stellst du sicher, dass kein alter Link unversorgt bleibt.
  2. Relevante Redirect-Ziele wählen: Leite eine gelöschte Seite nur dann auf eine andere, wenn die neue Seite für den Nutzer relevant ist. Bei ähnlichem Inhalt ist das ideal (Produkt A -> Produkt B, alter Blogpost -> ähnlicher Blogpost). Gibt es nichts Passendes, lass die Seite lieber 404 (oder 410) und biete dem Nutzer auf der Fehlerseite Alternativen an, statt einen irreführenden Redirect zu setzen.
  3. Benutzerfreundliche 404-Seite gestalten: Investiere ein wenig Zeit in deine 404-Fehlerseite. Füge z.B. eine Suche, Link-Vorschläge (Top-Artikel, Kategorien) und eine freundliche Fehlermeldung hinzu. Ein humorvoller Satz oder ein kreatives Design schaden auch nicht – so bleibt der Nutzer eher geneigt, weiter zu stöbern, anstatt frustriert abzuhauen.
  4. Interne Links aktuell halten: Überprüfe gerade nach größeren Umbauten (Kategorie gelöscht, Artikel verschoben) deine internen Links. Nichts ist peinlicher als Links auf der eigenen Website, die ins Leere führen. Mit einem Crawling-Tool oder CMS-internen Funktionen kannst du defekte interne Links schnell finden und beheben.
  5. Broken Backlinks reparieren: Schaue gelegentlich (z.B. einmal pro Quartal) in die Backlink-Reports deines SEO-Tools oder der Search Console. Wenn hochwertige externe Websites auf eine Seite linken, die bei dir nicht mehr existiert, solltest du das als erstes fixen. Richte einen Redirect ein oder stelle den Inhalt vielleicht sogar wieder bereit, falls der Link wirklich wichtig ist.
  6. Crawl-Budget im Blick behalten: Besonders wenn du eine große Website hast, achte darauf, dass du Googles Crawl-Budget nicht mit unnötigen 404s verschwendest. Lösche z.B. sinnlose endlose Filter-URLs oder sorge dafür, dass solche URLs per robots.txt ausgeschlossen werden, damit Google sich nicht daran aufhängt. Weniger “Müll-URLs” bedeuten effizienteres Crawling der wichtigen Inhalte.
  7. Keine Panik bei ein paar 404s: Es ist nahezu unmöglich, alle 404-Fehler auszumerzen. Und das musst du auch nicht. Google ist ziemlich schlau und ignoriert vereinzelte 404s auf Dauer von selbst. Ein paar Fehler in der Search Console sind also völlig normal. Wichtig ist, dass du die Kontrolle behältst: Wenn plötzlich ein Anstieg auftritt oder wichtige Seiten betroffen sind, unternimm etwas – ansonsten kannst du kleinere Fehler gelassen sehen.
  8. Regelmäßige Routine etablieren: Setze dir einen wiederkehrenden Termin (z.B. einmal im Monat), um die genannten Tools zu checken. Diese kontinuierliche Wartung stellt sicher, dass 404-Probleme nie überhand nehmen. Es ist einfacher, 5 kaputte Links monatlich zu fixen als 500 nach einem Jahr Ignoranz.
  9. Bei Relaunches vorausplanen: Ein letzter Tipp: Steht ein Website-Relaunch oder eine große Umstrukturierung an, plane vorher die URL-Weiterleitungen. Erstelle eine Redirect-Mapping-Liste alter zu neuer URLs und teste sie direkt nach dem Relaunch. So fängst du die meisten 404-Fehler ab, bevor sie überhaupt Nutzer oder Google zu Gesicht bekommen.

Wenn du diese Best Practices beherzigst, brauchst du keine Angst vor 404-Fehlern zu haben. Sie gehören zwar zum Alltag jeder Website, aber gut gemanagt richten sie keinen Schaden an. Im Gegenteil, eine sauber gepflegte Website mit funktionierenden Links bietet eine bessere User Experience und sendet positive Signale an Suchmaschinen.

Fazit: 404-Fehler müssen dich nicht schrecken. Mit Verständnis für die Ursachen, den richtigen Werkzeugen zur Erkennung und ein paar bewährten Gegenmaßnahmen hältst du deine Website gesund und deine Besucher glücklich. Also nimm dir ein bisschen Zeit für das 404-Management – es lohnt sich für deine SEO und für deine Nutzer gleichermaßen!

Einleitung

Kennst du das? Du klickst auf einen Link und anstatt der erwarteten Seite erscheint nur die Meldung "404 – Seite nicht gefunden". Ärgerlich, oder? Solche 404-Fehler hat jeder Internetnutzer schon erlebt. In diesem Ratgeber erfährst du, was es mit dem mysteriösen 404-Fehler auf sich hat und warum er für Webseiten-Betreiber und SEOs wichtig ist. Wir starten mit den Grundlagen für Einsteiger und tauchen dann in fortgeschrittene Tipps ein. Du wirst lernen, was ein 404-Fehler genau ist, wann er zum Problem wird, welche Auswirkungen er auf SEO hat, wie du typische 404-Ursachen behebst und wie du deine Website durch Monitoring und Best Practices 404-fit machst.

Also los geht’s – schauen wir uns an, wie du in Zukunft gelassen mit "Seite nicht gefunden" umgehen kannst!

Was ist ein 404-Fehler?

Ein 404-Fehler ist der HTTP-Statuscode für "Nicht gefunden". Vereinfacht heißt das: Der Server konnte die angeforderte Seite unter der aufgerufenen URL nicht finden. Stell dir vor, du schickst einen Brief an eine Adresse, die es nicht gibt – der Brief kommt mit dem Stempel "Empfänger unbekannt" zu dir zurück. Genauso meldet der Server durch den Statuscode 404, dass an der gewünschten Web-Adresse keine Seite existiert.

Für dich als Nutzer bedeutet ein 404-Fehler meist, dass du entweder einen falschen Link geklickt oder dich vertippt hast, oder dass die Seite verschoben oder gelöscht wurde. Für Betreiber einer Website sind 404-Fehler grundsätzlich nichts Ungewöhnliches – jede Website hat im Laufe der Zeit ein paar davon. Wichtig ist aber, zu verstehen, wann ein 404-Fehler harmlos ist und wann Handlungsbedarf besteht.

404-Fehler: Wann problematisch, wann unbedenklich?

Nicht jeder 404-Fehler ist gleich ein Weltuntergang. Im Gegenteil: 404 gehört zum Web wie die Adresse zum Brief. Unbedenklich ist ein 404-Fehler zum Beispiel dann, wenn jemand eine Fantasie-URL aufruft, die es nie gab. In so einem Fall ist der Fehler sogar gewollt – die Seite existiert nun mal nicht und sollte auch nicht existieren. Suchmaschinen wie Google erwarten sogar, dass deine Website für nicht vorhandene URLs einen 404-Code zurückgibt.

Problematisch wird es hingegen, wenn eigentlich vorhandene oder wichtige Seiten fälschlicherweise als 404 enden. Passiert das vielen Nutzern, sorgt es für Frust: Der Besucher sucht etwas auf deiner Seite und landet in einer Sackgasse. Das wirkt unprofessionell und kann dazu führen, dass Nutzer abspringen. Auch aus Suchmaschinen-Sicht ist es kritisch, wenn zahlreiche wichtige URLs plötzlich ins Leere führen. Einerseits verschwendet der Google-Bot dadurch Crawl-Budget (er versucht immer wieder, die nicht vorhandenen Seiten zu laden), andererseits können wertvolle Inhalte aus dem Index verschwinden, wenn sie dauerhaft als 404 gemeldet werden.

Als Faustregel gilt also: Vereinzelt auftretende 404-Fehler sind normal und kein Grund zur Panik. Wenn jedoch viele Nutzer oder wichtige Inhalte betroffen sind, musst du eingreifen. Vor allem bei großen Änderungen an der Website (zum Beispiel einem Relaunch) können massenhaft 404-Fehler auftreten – hier ist besondere Vorsicht geboten.

Auswirkungen von 404-Fehlern auf SEO

404-Fehler können verschiedene Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung deiner Website haben. Hier die wichtigsten Punkte, die du kennen solltest:

Crawling & Crawl-Budget

Suchmaschinen-Crawler wie der Googlebot durchsuchen regelmäßig deine Website. Treffen sie dabei auf viele 404-Fehler, kann das dein Crawl-Budget belasten. Das Crawl-Budget ist vereinfacht gesagt die Anzahl an Seiten, die Google auf deiner Website in einem bestimmten Zeitraum crawlt. Jede unnötige 404-Seite, die gecrawlt wird, ist eine verpasste Chance für den Bot, stattdessen eine funktionierende (möglicherweise wichtige) Seite zu besuchen. Ein paar 404 hier und da sind ok, aber wenn hunderte oder tausende verwaiste URLs existieren, vergeudet der Crawler Zeit. Im schlimmsten Fall werden wichtige Seiten seltener gecrawlt, weil der Bot mit toten Links beschäftigt ist.

Indexierung und Rankings

Seiten, die einen 404-Statuscode liefern, werden nicht (mehr) im Google-Index gelistet. Das heißt, jede Seite deiner Website, die auf 404 steht, kann in den Suchergebnissen nicht gefunden werden. Das ist gewollt, wenn die Seite tatsächlich weg sein soll. Problematisch ist es, wenn eigentlich relevante Inhalte versehentlich auf einer 404-Seite landen – sie verlieren dann ihr Ranking, weil Google sie aus dem Index entfernt. Zudem geht eingehendes “Link Juice” (also vererbte Linkkraft von Backlinks) verloren, wenn eine verlinkte Seite nur noch einen 404 ausgibt. Die verlinkende Seite zeigt ins Leere, und der SEO-Wert des Backlinks verpufft. Kurz gesagt: Viele oder wichtige 404-Fehler können indirekt deine Rankings beeinträchtigen, weil sie Inhalte und verlinkte Power aus dem Verkehr ziehen.

Nutzererfahrung (User Experience)

Nicht zuletzt leidet die Nutzererfahrung bei zu vielen 404-Fehlern. Stell dir vor, du bist Besucher auf einer Website und klickst auf einen interessanten Produktlink – doch statt Infos bekommst du "Seite nicht gefunden". Wahrscheinlich bist du genervt und verlässt die Website vielleicht komplett. Für Betreiber bedeutet das verlorene potenzielle Kunden oder Leser. Eine hohe Absprungrate durch frustrierte Nutzer kann zudem indirekt SEO-Signale beeinträchtigen (z.B. wenn Nutzer schnell zurück zur Google-Suche klicken). Deshalb gilt: 404-Fehler so abfedern, dass der Nutzer idealerweise eine alternative Lösung angeboten bekommt, statt einfach im Nichts zu landen.

Typische Ursachen für 404-Fehler

Warum entstehen 404-Fehler überhaupt? Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Umbenennung oder Verschiebung von Inhalten ohne Weiterleitung: Wenn du den Titel oder die URL einer Seite änderst (z.B. eine Kategorie im Shop umbenennst) und keine Weiterleitung einrichtest, wird die alte URL ins Leere führen. Gleiches gilt beim Verschieben von Artikeln in ein neues Verzeichnis – ohne Redirect bleiben alte Links auf der Strecke.
  • Löschen von Seiten oder Produkten: In Content-Management- und Shop-Systemen werden Inhalte oft gelöscht, wenn sie veraltet sind oder ein Produkt nicht mehr verfügbar ist. Standardmäßig erzeugt das meist einen 404-Fehler. Wenn ein beliebtes Produkt aus dem Sortiment entfernt wird, können viele Nutzer oder externe Links noch auf die alte Produktseite zeigen – und stoßen dann auf einen Fehler.
  • Website-Relaunch oder Domainwechsel: Ein Relaunch ist prädestiniert für 404-Chaos, besonders wenn sich die URL-Struktur ändert. Beispiel: Du wechselst von einem Shop-System zu einem anderen und deine URLs sehen plötzlich anders aus. Ohne ein Weiterleitungskonzept funktionieren alle alten Links nicht mehr. Google kennt die neuen URLs noch nicht, versucht aber die alten zu crawlen – Ergebnis: massenhaft 404-Fehler. Deshalb ist bei Relaunches eine gründliche Redirect-Planung unerlässlich.
  • Dynamische URLs und technische Fehler: Manche Websites (oder Plugins) generieren automatisch URLs, etwa für Filter, Suchen oder Session-IDs. Wenn hier etwas schiefläuft – zum Beispiel ein Bug in einem Plugin – können unzählige falsche URLs entstehen, die ins Nichts führen. Solche technischen Probleme können in kurzer Zeit sehr viele 404-Fehler produzieren (manchmal sogar Millionen, wenn z.B. ein Loop entsteht).
  • Saisonale oder temporäre Seiten: Viele Marketing-Teams erstellen temporäre Seiten (z.B. Landingpages für Ostern, Weihnachten, Sales-Aktionen). Nach Ablauf der Aktion werden diese Seiten oft entfernt und nicht weitergeleitet. So entsteht mit jeder Aktion eine neue Runde 404-Fehler, wenn die alten Links noch irgendwo kursieren.
  • Externe Links und Tippfehler: Nicht alle kaputten Links hat man selbst zu verantworten. Vielleicht hat eine andere Website falsch auf deine Seite verlinkt (z.B. Tippfehler in der URL), oder es existieren noch externe Links auf alte Inhalte, die du entfernt hast. Auch Nutzer, die von Hand URLs eingeben, vertippen sich manchmal. Diese externen Faktoren führen ebenfalls zu 404-Fehlern auf deiner Seite, obwohl intern alles "richtig" verlinkt ist.
  • Böswillige Angriffe oder Spam: In seltenen Fällen erzeugen auch Spam-Bots absichtlich viele Aufrufe ungültiger URLs, um z.B. das Crawling zu stören. Solche "Angriffe" sind zum Glück selten und meist erkennt Google das und ignoriert es – dennoch können kurzfristig ungewöhnlich viele 404-Errors in deinen Logs oder der Search Console auftauchen.

Lösungen für 404-Fehler

Zum Glück muss man 404-Probleme nicht einfach hinnehmen. Es gibt verschiedene Lösungen und Strategien, um 404-Fehler zu beheben oder ihre Auswirkungen zu mildern:

  • 301-Weiterleitungen einrichten: Die beste Lösung für dauerhaft entfernte oder verschobene Inhalte ist die permanente Weiterleitung (301 Redirect). Damit leitest du Nutzer und Suchmaschinen von der alten, nicht mehr vorhandenen URL auf eine andere, passende Seite weiter. So verpufft weder der Nutzer noch Google im Nichts, sondern landet auf einer sinnvollen Alternative. Im Online-Shop-Beispiel könntest du ausverkaufte Produkte auf die entsprechende Kategorie weiterleiten (z.B. alle "Winterstiefel XL" auf die allgemeine "Winterstiefel"-Übersichtsseite). Ein 301-Redirect funktioniert wie ein Nachsendeauftrag bei der Post: Er sagt dem Browser und Google, dass die angefragte Adresse dauerhaft umgezogen ist. Damit bleibt auch der "SEO-Wert" (Linkkraft der alten URL) größtenteils erhalten.
  • 302 (temporäre) Redirects nur im Ausnahmefall: Eine 302-Weiterleitung sagt aus, dass die Weiterleitung nur vorübergehend ist. Sie sollte sparsam eingesetzt werden – zum Beispiel wenn eine Seite kurzfristig offline ist oder demnächst wiederkommt. Für dauerhafte Änderungen ist 302 falsch; nutze hier immer 301, sonst denkt Google, die alte Seite könnte ja zurückkehren und behält sie eventuell länger im Index.
  • HTTP 410 Gone – Endgültig entfernt: Wenn du eine Seite endgültig gelöscht hast und es wirklich gar kein Ersatz gibt, kannst du statt 404 auch den Status 410 Gone senden. 410 signalisiert Suchmaschinen "diese Seite ist weg und kommt auch nicht wieder." Der Effekt: Google wird diese URL nach einem 410 normalerweise seltener erneut crawlen als bei einem 404 (wo der Bot vielleicht noch länger nachschaut, ob die Seite wieder auftaucht). 410 kann sinnvoll sein, um Google klarzumachen, dass es sich nicht lohnt, weiter Zeit auf diese URL zu verschwenden. Aber Vorsicht: Für Nutzer ist 410 genauso ein "Nicht gefunden"-Erlebnis wie 404 – der Unterschied liegt hauptsächlich auf technischer Ebene.
  • Benutzerfreundliche 404-Seite bereitstellen: Egal wie sehr du dich anstrengst – ein paar 404-Fehler wird es immer geben. Deshalb ist es wichtig, eine gute 404-Seite zu haben. Gestalte deine Fehlerseite hilfreich und vielleicht sogar charmant: Biete dem Nutzer Links zurück zur Startseite oder zu beliebten Kategorien, eine Suchfunktion oder einen Hinweis wie "Die gesuchte Seite gibt es nicht mehr, aber hier sind einige unserer Top-Angebote". So verwandelst du ein negatives Erlebnis in eine Chance, den Besucher doch noch auf deiner Seite zu halten. Wichtig: Die Fehlerseite selbst muss natürlich den HTTP-Status 404 liefern. Es bringt nichts, wenn deine 404-Seite als "OK" (200) ausgeliefert wird – dann merkt Google nicht, dass eigentlich ein Fehler vorliegt.
  • Weiterleitungen mit Augenmaß einsetzen: Grundsätzlich solltest du nur dort weiterleiten, wo es Sinn ergibt. Hast du wirklich keinen passenden Ersatz für eine nicht gefundene Seite, ist es besser, den 404 so stehen zu lassen, als den Nutzer auf eine völlig irrelevante Seite umzuleiten. Ein häufig gemachter Fehler ist z.B. alle 404s pauschal auf die Startseite zu schicken. Das verwirrt Nutzer und Google wertet so etwas oft als "Soft 404" (also als eigentlich gar nicht gelöste Fehlermeldung). Besser ist, wenn überhaupt, eine Weiterleitung auf thematisch nahe verwandte Inhalte – oder eben die gut gestaltete 404-Seite, die dem Nutzer weiterhilft.
  • Schnelle Entfernung aus dem Index (Notfall-Tipp): Falls du einmal aus dringenden Gründen eine Seite sofort aus den Google-Suchergebnissen entfernen musst (z.B. aus rechtlichen Gründen), kannst du in der Google Search Console das Tool "URL entfernen" nutzen. Damit lässt sich eine URL kurzfristig aus dem Index ausblenden. Dies ist allerdings nur eine temporäre Lösung – du solltest die Seite trotzdem korrekt auf 404 oder 410 setzen bzw. einen Redirect einrichten, damit das Problem dauerhaft gelöst ist.

Monitoring und Erkennung von 404-Fehlern

Um 404-Fehler in den Griff zu bekommen, musst du sie zunächst einmal erkennen. Hier sind ein paar Methoden, wie du kaputte Links und Fehlermeldungen aufspüren kannst:

  • Google Search Console: Die Search Console von Google ist dein erster Anlaufpunkt. Unter "Abdeckung" oder "Indexierungsstatus" findest du einen Bericht über "Nicht gefundene" Seiten (404-Fehler). Google listet hier alle URLs auf, bei deren Aufruf der Googlebot einen 404 erhalten hat. Du siehst auch, wann Google diese URL zuletzt versucht hat zu crawlen. Über die Search Console bekommst du also einen guten Überblick, welche 404s Google wichtig findet. (Beachte: In der Weboberfläche werden max. 1000 Fehler angezeigt. Für größere Websites kannst du die Daten per API exportieren, aber für die meisten Fälle reichen die Top-Fehlerseiten.)
  • Analytics-Daten nutzen: Ein sehr praxisnaher Ansatz ist der Blick in dein Web-Analytics-Tool (z.B. Google Analytics, Matomo etc.). Dort kannst du feststellen, ob echte Nutzer auf 404-Seiten gelandet sind. Filtere beispielsweise in Google Analytics nach Seitentitel oder Seiten-URL, die "404" oder "nicht gefunden" enthalten – so findest du alle Seitenaufrufe, bei denen die Nutzer eine Fehlerseite gesehen haben. Diese Liste ist Gold wert: Sie zeigt dir nämlich, welche kaputten Links tatsächlich Traffic erzeugen (also Priorität haben). Vielleicht entdeckst du, dass viele Besucher über einen bestimmten defekten Link kommen – den solltest du dann vordringlich reparieren oder weiterleiten.
  • Crawling-Tools einsetzen: Zur technischen Überprüfung deiner eigenen Website empfehlen sich Crawling-Programme wie Screaming Frog, Sitebulb oder Xenu. Diese Tools durchsuchen deine komplette Website wie ein Suchmaschinen-Bot und melden alle defekten internen Links. Damit kannst du systematisch alle internen Verweise finden, die auf 404-Seiten zeigen. Solche internen Broken Links solltest du umgehend korrigieren (den Link aktualisieren oder entfernen), denn sie sind vollständig unter deiner Kontrolle und leicht zu beheben.
  • Broken-Link-Analyse von Backlinks: Nicht nur intern, sondern auch extern solltest du nach 404-Verlinkungen schauen. Mit SEO-Tools (Ahrefs, Semrush, Majestic etc.) oder auch über die Search Console (Bereich "Links") kannst du prüfen, ob andere Websites auf URLs verlinken, die bei dir einen 404-Fehler erzeugen. Solche Backlinks sind verschenktes Potenzial! Entdeckst du wertvolle externe Links, die ins Leere gehen, richte möglichst einen 301-Redirect von der alten URL auf eine passende aktuelle Seite ein. So rettest du den Linkjuice und der Besucher von der anderen Seite landet doch noch bei dir, statt in der Fehlerseite.
  • Regelmäßige Überwachung: Mache es dir zur Gewohnheit, deine Website regelmäßig auf 404-Fehler zu prüfen. Das muss kein täglicher Aufwand sein – aber ein monatlicher Check der Search Console und Analytics sowie ein quartalsweises Crawling der Seite wirken Wunder. So erwischst du schleichende Probleme rechtzeitig, bevor sich hunderte defekte Links ansammeln.

Best Practices und regelmäßige Wartung

Zum Abschluss noch einige Best Practices, damit du langfristig Ruhe vor größeren 404-Problemen hast:

  1. Weiterleitungen bei Änderungen einplanen: Wann immer du eine URL änderst oder Inhalt entfernst, denke an die Weiterleitung. Am besten führst du eine Liste oder Tabelle bei größeren Updates (z.B. Relaunch), wo alte und neue URLs gegenübergestellt werden. So stellst du sicher, dass kein alter Link unversorgt bleibt.
  2. Relevante Redirect-Ziele wählen: Leite eine gelöschte Seite nur dann auf eine andere, wenn die neue Seite für den Nutzer relevant ist. Bei ähnlichem Inhalt ist das ideal (Produkt A -> Produkt B, alter Blogpost -> ähnlicher Blogpost). Gibt es nichts Passendes, lass die Seite lieber 404 (oder 410) und biete dem Nutzer auf der Fehlerseite Alternativen an, statt einen irreführenden Redirect zu setzen.
  3. Benutzerfreundliche 404-Seite gestalten: Investiere ein wenig Zeit in deine 404-Fehlerseite. Füge z.B. eine Suche, Link-Vorschläge (Top-Artikel, Kategorien) und eine freundliche Fehlermeldung hinzu. Ein humorvoller Satz oder ein kreatives Design schaden auch nicht – so bleibt der Nutzer eher geneigt, weiter zu stöbern, anstatt frustriert abzuhauen.
  4. Interne Links aktuell halten: Überprüfe gerade nach größeren Umbauten (Kategorie gelöscht, Artikel verschoben) deine internen Links. Nichts ist peinlicher als Links auf der eigenen Website, die ins Leere führen. Mit einem Crawling-Tool oder CMS-internen Funktionen kannst du defekte interne Links schnell finden und beheben.
  5. Broken Backlinks reparieren: Schaue gelegentlich (z.B. einmal pro Quartal) in die Backlink-Reports deines SEO-Tools oder der Search Console. Wenn hochwertige externe Websites auf eine Seite linken, die bei dir nicht mehr existiert, solltest du das als erstes fixen. Richte einen Redirect ein oder stelle den Inhalt vielleicht sogar wieder bereit, falls der Link wirklich wichtig ist.
  6. Crawl-Budget im Blick behalten: Besonders wenn du eine große Website hast, achte darauf, dass du Googles Crawl-Budget nicht mit unnötigen 404s verschwendest. Lösche z.B. sinnlose endlose Filter-URLs oder sorge dafür, dass solche URLs per robots.txt ausgeschlossen werden, damit Google sich nicht daran aufhängt. Weniger “Müll-URLs” bedeuten effizienteres Crawling der wichtigen Inhalte.
  7. Keine Panik bei ein paar 404s: Es ist nahezu unmöglich, alle 404-Fehler auszumerzen. Und das musst du auch nicht. Google ist ziemlich schlau und ignoriert vereinzelte 404s auf Dauer von selbst. Ein paar Fehler in der Search Console sind also völlig normal. Wichtig ist, dass du die Kontrolle behältst: Wenn plötzlich ein Anstieg auftritt oder wichtige Seiten betroffen sind, unternimm etwas – ansonsten kannst du kleinere Fehler gelassen sehen.
  8. Regelmäßige Routine etablieren: Setze dir einen wiederkehrenden Termin (z.B. einmal im Monat), um die genannten Tools zu checken. Diese kontinuierliche Wartung stellt sicher, dass 404-Probleme nie überhand nehmen. Es ist einfacher, 5 kaputte Links monatlich zu fixen als 500 nach einem Jahr Ignoranz.
  9. Bei Relaunches vorausplanen: Ein letzter Tipp: Steht ein Website-Relaunch oder eine große Umstrukturierung an, plane vorher die URL-Weiterleitungen. Erstelle eine Redirect-Mapping-Liste alter zu neuer URLs und teste sie direkt nach dem Relaunch. So fängst du die meisten 404-Fehler ab, bevor sie überhaupt Nutzer oder Google zu Gesicht bekommen.

Wenn du diese Best Practices beherzigst, brauchst du keine Angst vor 404-Fehlern zu haben. Sie gehören zwar zum Alltag jeder Website, aber gut gemanagt richten sie keinen Schaden an. Im Gegenteil, eine sauber gepflegte Website mit funktionierenden Links bietet eine bessere User Experience und sendet positive Signale an Suchmaschinen.

Fazit: 404-Fehler müssen dich nicht schrecken. Mit Verständnis für die Ursachen, den richtigen Werkzeugen zur Erkennung und ein paar bewährten Gegenmaßnahmen hältst du deine Website gesund und deine Besucher glücklich. Also nimm dir ein bisschen Zeit für das 404-Management – es lohnt sich für deine SEO und für deine Nutzer gleichermaßen!

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